Werbung auf Blogs – Ein No-Go?

Mein Bekannter Jonathan, im Netz als „Vollzeitblogger“ unterwegs, schrieb gestern darüber, ob man auf einem Blog Werbung schalten sollte oder nicht. Er war über Beiträge in einem Bloggerforum (es gibt noch Foren für sowas? Woah! Dachte die wären alle tot.) gestolpert, in denen kritisiert wurde, dass Leute Werbung auf ihren Blogs schalten. Das finde ich ganz spannend und will auch was dazu schreiben.

Motivation? Total verständlich!

Als Betreiber eines Blogs steckt man Zeit und Geld in solch eine Webseite, die in aller Regel ohne weitere Kosten nutzbar ist. Ich mache das, um für mich zu werben, zu zeigen was ich kann oder womit ich mich so beschäftige oder was ich für mitteilenswert oder diskussionswürdig halte. Einige betreiben Blogs zum Geld verdienen, andere um ihren Freunden einfach nur von einer Weltreise zu erzählen. Ich befinde mich irgendwo zwischen diesen beiden Gruppen und will sie mal außen vor lassen, weil die eine Gruppe ganz gezielt und bewusst verschiedene Methoden und Verfahren einsetzt, um möglichst viel Geld mit ihrer Webseite zu verdienen und die andere Gruppe ganz bewusst die Kosten in Kauf nimmt, um halt Freunde und Verwandte zu informieren oder Sonstiges. Die Übergänge zwischen diesen einzelnen Gruppen sehe ich als fließend an, aber das ist nicht von Bedeutung.

Nerv mich nicht!

Jonathan stellt die These auf, dass etablierten, „berühmten“ Blogs aufgrund ihres Bekanntheitsgrades eher eine gewisse Akzeptanz bei Werbung eingeräumt wird. Ich glaube, dass die Akzeptanz nicht so sehr vom Namen des Blogs abhängt, sondern eher von der Platzierung und den Inhalten der Werbung. Würde ich auf diesem Blog von einem auf den anderen Tag Werbung für Schuhe schalten, würde mich keiner ernst nehmen, drauf klicken würde erst recht niemand. Das Gleiche würde passieren, wenn ich links und rechts neben meiner Seite Skyscraper-Banner einbinde und auf relevante Inhalte verlinke.

Werbung darf nicht stören, zum Beispiel meinen Lesefluss, und muss mich unterhalten oder interessieren. Ich halte deshalb in den Artikel eingeklinkte Anzeigen oder In-Text-Anzeigen für ziemlich problematisch. Wenn ich auf flomei.de gehe, dann will ich da einen Artikel lesen. Ich klicke dann vermutlich auch die Links im Artikel an, öffne sie im Hintergrund in neuen Tabs und lese sie später, um das Thema abzurunden. Ich will dann aber nicht irgendwo landen, wo ich aus dem Thema gerissen werde.

Ebenso will ich keine Werbung sehen, die mich nicht interessiert. Wenn ich hier einen Artikel über unscharfe Hintergründe in Fotos dank Photoshop lese, dann will ich unter dem Post keine Werbung für Schuhe finden. Werbung für die neue Photoshop-Version? Schon eher.

Wenn die jetzt allerdings wie wild rumblinkt, Töne von sich gibt oder sonstwas macht, dann ist die auch nicht zu gebrauchen, weil sie mich nervt. Hier muss man also sehr fein abwägen und das kleinere Übel wählen.

Best Practice? (auf flomei.de)

Letztlich hängt die Akzeptanz von Werbung, meiner Meinung nach, also eher davon ab, wo und wie ich sie einbringe. Bei mir ist das zum Beispiel oben rechts durch das Feld für Nativendo (hier angesprochen) und unter dem Artikel durch ein in WordPress integriertes Bannersystem (AdRotate). Dort lasse ich momentan Inhalte von Comission Junction (dort schaltet unter anderem Adobe seine Werbung) und von Amazon anzeigen, kann aber auch Banner für eigene Inhalte anzeigen.

Wichtig ist mir bei diesem System, dass ich genau festlegen kann, welche Inhalte unter welchen Artikel angezeigt werden. Da ich meine Artikel in verschiedenen Kategorien ablege, erreiche ich verschiedene Zielgruppen und möchte verschiedene Banner anzeigen. AdRotate erlaubt hier ein Gruppensystem, d.h. ich kann Banner in Gruppen einsortieren, damit kann ich kategorieabhängig Banner anzeigen lassen und nerve so (hoffentlich) niemanden mit den Anzeigen.

Werbung auf Blogs? Ein No-Go?

Um zum Titel zurück zu kommen. Ich denke Werbung auf Blogs ist kein Problem und ich werde sie auch nicht durch AdBlock sperren lassen, wenn sie unaufdringlich ist und/oder thematisch relevant. Leider mangelt es daran bei den meisten. Auch kleine Blogs können meinetwegen, unter Berücksichtigung der vorgenannten Punkte, Werbung schalten. Allerdings könnte sich da schneller der Eindruck einstellen, es ginge nicht primär um die Inhalte sondern um die Platzierung der Werbung, deshalb würde ich das gut abwägen.

Aber durch Werbung werde ich reich!

Nein, nicht durch einfache Werbung auf normalen Blogs. Anbei ein Screenshot aus meinem Nativendo-Konto. Ich habe einige Tausend Besucher auf diesem Blog und dabei sind 1,42 € zusammen gekommen? Damit kann ich nur einen Bruchteil der monatlichen Kosten decken…

Nativendo

Was meinen die Leser dazu? Ist Werbung auf Blogs okay oder sollte man das lieber sein lassen? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen kann man das machen?

Florian Meier

Florian Meier

Florian Meier ist ausgebildeter Mediengestalter und hat sich selbst digitale Fotografie und Webentwicklung beigebracht. Er hat Druck- und Medientechnik studiert und ist wohl das, was man Digital Native nennt. Sein Geld verdient er mit Medien, aktuell als E-Business Print Manager bei der Longo Deutschland GmbH in Augsburg.

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