Ich bin schon seit einiger Zeit großer Fan der Seite ikeahackers.net, auf der regelmäßig Artikel dazu erscheinen, wie man aus handelsüblichen IKEA-Gegenständen bessere/schönere/einzigartige Sachen herstellt. Da ich keine große Wohnung und keinen Bedarf habe, um da mal alles mögliche auszuprobieren, bleibt also schonmal einiges außen vor. Um aber doch mal was zu machen, hab ich jetzt auf Basis eines Ikea-Bilderrahmens eine Wanduhr gebaut.

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Bild: IKEA

Bild: IKEA

Basis für diesen Hack ist ein Rahmen vom Typ „RIBBA“. Die breite Variante mit dem Dreier-Passepartout, kostet aktuell 7,99 und kann bei IKEA auch online bestellt werden: Rahmen „RIBBA“. Dazu ist zu sagen, dass ich das Passepartout weggeworfen habe. Meines war sehr gelblich (das muss vielleicht so) und wies leider standardmäßig schon einige Knicke auf. Das entsprach nicht ganz meinen Vorstellungen für dieses Projekt.

Dann habe ich mir drei „lautlose Uhrwerke mit schleichendem Sekundenzeiger“ organisiert. Schleichender Zeiger bedeutet, dass der Sekundenzeiger nicht „tickt“ sondern permanent durchläuft. Sieht schöner aus, finde ich und es tickt auch nicht. Ich kann trotz fast permanent lauter Musik in den Ohren relativ empfindlich sein, was sowas angeht.

Meine sind auf jeden Fall von eBay (Suchergebnisse), man könnte aber auch alte Uhren schlachten und dort entsprechende Werke entnehmen.

Bild: Steve's Uhrenlädle, eBay

Bild: Steve‘s Uhrenlädle, eBay

Da die Uhr ja etwas besonderes sein sollte, habe ich mir zusätzlich andere Sekundenzeiger geholt, die sowohl für Stunden, Minuten und auch Sekunden eingesetzt werden sollten. Um den minimalistischen Stil des Endproduktes zu unterstützen, habe ich mir dafür schlanke, schlichte aber dennoch auffällige Zeiger besorgt.

Auch hier wurde ich auf eBay fündig (Artikelseite), ist aber natürlich persönlicher Geschmack…

Damit die relativ langen Sekundenzeiger in das Passepartout passen, habe ich sie mit einem Skalpell unten „am Ansatz“ abgeschnitten, entsprechend gekürzt und mit Zwei-Komponenten-Kleber wieder angeklebt.

Zusätzlich habe ich die mitgelieferten Zeiger bis auf ihren, ich nenn das mal „Wellenkranz“ gekürzt, und dort den gekürzten Sekundenzeiger aufgeklebt. Ich hab da leider keine Bilder von, aber wenn man das nachbaut, dann wird relativ schnell klar, wie ich das meine.

Die Rückwand des Bilderrahmen habe ich mit einem 8 mm Holzbohrer durchbohrt, um die Wellen der Uhrwerke durchführen zu können. Hier lohnt es sich, Uhrwerke mit relativ kurzen Wellen zu nehmen, warum kommt jetzt.

Meine Idee war es, die Front des Bilderrahmens original zu belassen und auf dem Ziffernblatt möglichst wenig aufzubauen. Dazu dürfen die Zeiger nicht zu weit aufbauen, was natürlich von der Wellenlänge abhängt.

Also hab ich mit einem Skalpell die Plastikwellen gekürzt und „abgeschabt“, so dass sich folgendes ergab:

2013-01-12 20.37.18 2013-01-12 20.37.29 2013-01-12 20.37.41

Die Uhrwerke habe ich hinter die Rückwand geklebt, Sperrholzplatten kamen hier zum Einsatz, um sie etwas von der Rückwand abzuheben, damit wird die Welle vorne nochmals kürzer, was zum flachen Aufbau beiträgt. Davon hab ich leider kein Bild, dafür hier einmal die Konstruktion mit hintergeklebten und verschraubten Uhrwerken:

Update am 7. April 2013: Die Uhrwerke habe ich am Ende nicht mehr verschraubt. Das hätte zusammen mit den Wellen zu dick aufgetragen, die sind nur dahinter geklebt, damit tragen Sie nach vorne weniger auf. Sorry für den Fehler.

2013-01-12 20.37.08
Als nächstes habe ich meine Ziffernblätter aufgeklebt. Die hatte ich mit Adobe Illustrator erstellt und auf Fotopapier gedruckt, dabei folgte ich einem gestalterischen Schema, das sich leicht erkennen lässt. Die Ziffernblätter gibt es auch hier als PDF: Ziffernblätter

Das Passepartout, das wie bereits erwähnt verknickt und zu gelb war, habe ich neu gebaut. Dazu habe ich aus dickem, hochweißen Papier die entsprechende Form ausgeschnitten und entsprechend positioniert.

Nach Aufsetzen der Zeiger war dann auch final ersichtlich, wieviel Platz zwischen Glas und Platte benötigt wurde. Diesen habe ich mit Schaumstoff überbrückt und darauf das neue Passepartout gelegt und das Ganze in den Rahmen gebaut.

Noch schnell die mitglieferten Halter hinten dran gebaut und fertig.

Die ganze Sache hat einen einzigen kleinen Haken.

Dadurch, dass die Uhr nicht vorne aufbauen sollte, baut sie jetzt hinten soweit auf, dass die Uhrwerke hinten über den Rahmen hinaus stehen. Da das Ganze aber über einen Metalldraht aufgehangen wird, ist das kein Problem, der Rahmen liegt unten an der Wand an und ist leicht geneigt.

Finales Bild…

2013-01-15 12.26.33

Bei Fragen einfach einen Kommentar hinterlassen…

Nachtrag: Die Uhr ist mittlerweile bei ikeahackers.net zu finden und hier ist ein kleines Video, um den pausenlosen Lauf des Zeigers zu zeigen.

Update am 7. April 2013: Hatte die Uhr gerade von der Wand genommen, um sie auch endlich mal auf Sommerzeit umzustellen und bei der Gelegenheit hab ich noch einige Fotos gemacht.

Die aufgeklebten Uhrwerke von der Rückseite

Die aufgeklebten Uhrwerke von der Rückseite

Das neue, nicht ganz gerade, Passepartout (da muss ich nochmal ran).

Das neue, nicht ganz gerade, Passepartout (da muss ich nochmal ran).

Der Zeiger hat wenig Abstand, wie man sieht. Ebenfalls zu erkennen: Der Schaumstoff, der Abstand zwischen Zeiger und Glas schafft...

Der Zeiger hat wenig Abstand, wie man sieht. Ebenfalls zu erkennen: Der Schaumstoff, der Abstand zwischen Zeiger und Glas schafft…

Nochmal von der Seite: Unten die Rückwand des Rahmens, darauf die Ziffernblätter, darüber Schaumstoff.

Nochmal von der Seite: Unten die Rückwand des Rahmens, darauf die Ziffernblätter, darüber Schaumstoff.

Die Achse guckt eigentlich gar nicht aus dem Ziffernblatt heraus, das erschwert das Aufsetzen der Zeiger.

Die Achse guckt eigentlich gar nicht aus dem Ziffernblatt heraus, das erschwert das Aufsetzen der Zeiger.

Einer der modifizierten Zeiger. Man erkennt nicht, das er gekürzt wurde, aber die aufgeklebte und bearbeitete "Muffe", um den Zeiger auf der Achse zu befestigen, ist erkennbar...

Einer der modifizierten Zeiger. Man erkennt nicht, das er gekürzt wurde, aber die aufgeklebte und bearbeitete „Muffe“, um den Zeiger auf der Achse zu befestigen, ist erkennbar…